Allianz Commercial veröffentlicht zum 15. Mal die jährliche Umfrage „Allianz Risk Barometer“ zu den wichtigsten Geschäftsrisiken weltweit, an der 3’338 Befragte aus 97 Ländern teilnahmen. Cybervorfälle und Betriebsunterbrechungen liegen sowohl weltweit als auch in der Schweiz auf Platz 1 und 3. Auf Platz 2 folgen KI-Risiken, sowohl weltweit als auch in der Schweiz. Auf Platz 3 weltweit stehen Naturkatastrophen (CH: 6), während in der Schweiz auf Platz 4 Änderungen in Gesetzgebung und Regulierung den Unternehmen noch immer Kopfzerbrechen bereiten.
Cybervorfälle sorgten 2025 für zahlreiche Schlagzeilen und sind laut dem Allianz Risk Barometer auch 2026 weltweit die grösste Sorge für Unternehmen. Das vergangene Jahr war zudem ein bedeutendes Jahr für Künstliche Intelligenz (KI). Dass das Risiko auf Platz 2 im Ranking landet und den grössten Sprung macht (CH: Platz 2) unterstreicht die Komplexität von KI als operativem und rechtlichem Risiko, aber auch als Gefahr für die Reputation von Unternehmen. Dennoch glaubt fast die Hälfte der Befragten, dass KI ihrer Branche mehr Vorteile als Risiken bringt. Ein Fünftel ist gegenteiliger Meinung. Zum ersten Mal überhaupt gehören Betriebsunterbrechungen (BU) nicht mehr zu den beiden grössten Risiken, sondern fallen auf Platz 3 (CH: Platz 3) zurück. BU bleiben jedoch ein wichtiges Thema, da sie häufig eine Folge anderer Risiken in den globalen Top 10 sind.
Faktoren wie eine ruhigere Hurricane-Saison im Jahr 2025 führen dazu, dass Naturkatastrophen im Vergleich zum Vorjahr auf Platz 5 (CH: 6) zurückfallen. Unterdessen klettern politische Risiken und Gewalt von Platz 9 auf Platz 7 (CH: 9). Hintergrund ist hier vor allem die zunehmende Besorgnis über geopolitische Instabilität und Konflikte auf der ganzen Welt. Spannend ist, dass dieses Risiko im Vorjahr es in der Schweiz nicht unter die Top 10 Risiken geschafft hat.
KI schafft neue Möglichkeiten und Risiken
KI ist in die Spitzengruppe der globalen Unternehmensrisiken aufgestiegen und liegt 2026 auf Platz 2 (32 Prozent) gegenüber Platz 10 im Vorjahr. Dies ist der grösste Sprung in der diesjährigen Rangliste. KI ist in allen Regionen ein wichtiger Faktor – auf Platz 2 in Amerika, im asiatisch-pazifischen Raum sowie in Afrika und im Nahen Osten und auf Platz 3 in Europa – und stellt auch für Unternehmen jeder Grösse ein wachsendes Risiko dar. Sie ist bei grossen, mittleren und kleinen Unternehmen unter die Top 3 vorgerückt. Da die Einführung von KI immer schneller voranschreitet und die Technologie immer tiefer in das Kerngeschäft eingebettet wird, erwarten die Befragten eine Zunahme der KI-bezogenen Risiken, insbesondere im Hinblick auf Haftungsfragen. Die rasante Verbreitung generativer KI-Systeme in Verbindung mit ihrer zunehmenden Nutzung in der Praxis hat das Bewusstsein dafür geschärft, wie stark Unternehmen diesen Risiken ausgesetzt sind.
„Unternehmen sehen KI zunehmend nicht nur als eine leistungsstarke strategische Chance, sondern auch als eine komplexe Quelle für operative, rechtliche und Reputationsrisiken. In vielen Fällen schreitet die Einführung schneller voran, als Governance, Regulierung und Unternehmenskultur mithalten können“, sagt Ludovic Subran, Chefökonom der Allianz. „2026 werden immer mehr Unternehmen versuchen den Einsatz von KI auszuweiten. Sie werden sich vermehrt mit Problemen hinsichtlich der Systemzuverlässigkeit, Datenqualität, Integrationshürden und dem Mangel an qualifizierten Fachkräften konfrontiert sehen. Gleichzeitig entstehen neue Haftungsrisiken im Zusammenhang mit automatisierten Entscheidungsprozessen, voreingenommenen oder diskriminierenden Modellen, dem Missbrauch geistigen Eigentums und der Ungewissheit darüber, wer haftet, wenn durch KI generierte Ergebnisse Schaden verursachen.“
Betriebsunterbrechungen eng mit geopolitischen Risiken verknüpft
Angesichts der aktuellen geopolitischen Situation, überrascht es nicht, dass politische Risiken und Gewalt um zwei Plätze auf Rang 7 klettern – die höchste Platzierung seit dem Bestehen des Risk Barometers. Das eng damit verbundene Risiko von Gesetzes- und Regulierungsänderungen – einschliesslich Handelszöllen – belegt weltweit Platz 4. Der Wert blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert, jedoch stieg die Prozentzahl der Befragten, was auf die Sorge vor zunehmendem Protektionismus zurückzuführen ist. Tatsächlich halten 51 Prozent der Befragten eine Lähmung der globalen Lieferketten aufgrund eines geopolitischen Konflikts für das wahrscheinlichste „black-swan“-Szenario, das in den nächsten fünf Jahren eintreten könnte.
Top 10 Geschäftsrisiken in der Schweiz im Jahr 2026
Top 10 Geschäftsrisiken weltweit im Jahr 2026
Das gesamte Ranking, Informationen zur Methodologie sowie den Report und das Appendix mit dem Ranking der Schweiz finden Sie hier.
Quelle: Pressemitteilung Allianz Commercial