Téléverbier gewinnt den Digitourism-Preis 2026 dank einer innovativen digitalen Recruiting-Lösung, die gemeinsam mit dem Walliser Start-up HooRa entwickelt wurde. Basierend auf sozialen Netzwerken, Automatisierung und künstlicher Intelligenz ermöglichte diese Lösung dem Unternehmen, die Rekrutierung von Saisonmitarbeitenden in einem Umfeld mit starkem Fachkräftemangel zu optimieren. Der Preis wurde im Rahmen der in Champex-Lac organisierten Digitourism-Tage verliehen. Die beiden weiteren Finalistenprojekte waren VirtuAllalin, entwickelt von Saastal Bergbahnen und Saastal Tourismus, sowie ARcheo Game von Génie Culturel. Der Gewinner erhält ein Preisgeld von CHF 15’000, die beiden anderen Finalisten jeweils CHF 5’000.
Der Digitourism-Preis wird seit 2022 jährlich verliehen. Er zeichnet Unternehmen aus, die Digitalisierung auf innovative Weise einsetzen, um ihre Dienstleistungen, ihre Organisation oder ihre Rentabilität zu verbessern.
Dieses Jahr wurden drei Finalisten aufgrund ihrer Fähigkeit ausgewählt, digitale Technologien in konkrete Projekte zu integrieren. Die Jury entschied sich schliesslich dafür, Téléverbier für die Transformation ihres saisonalen Rekrutierungsprozesses auszuzeichnen.
Über traditionelle Recruiting-Methoden hinausgehen
Die Téléverbier SA betreibt die Bergbahnen des Skigebiets sowie ein breites Ökosystem an Aktivitäten rund um den Bergtourismus: Gastronomie, Beherbergung, technische Wartung, Beschneiung, Pistenpräparierung, Skischule und Sportgeschäft.
Nach der COVID-19-Pandemie sah sich das Unternehmen mit erheblichen Rekrutierungsschwierigkeiten konfrontiert, insbesondere im Gastronomiebereich. Traditionelle Methoden reichten nicht mehr aus, um genügend qualifizierte Bewerbende anzuziehen.
In Zusammenarbeit mit dem Walliser Start-up HooRa entwickelte Téléverbier eine digitale Lösung auf Basis gezielter Kampagnen auf Instagram und Facebook. Nach dem Klick auf eine Anzeige gelangen die Kandidatinnen und Kandidaten in einen vollständig digitalen Recruiting-Prozess. Dieser ist einfach, schnell und über das Smartphone zugänglich. In der ersten Phase werden weder Lebenslauf noch Motivationsschreiben benötigt.
Nach einer ersten automatisierten Auswahl über einen digitalen Fragebogen werden die ausgewählten Profile zu einem telefonischen Gespräch mit einem KI-Recruiter namens «Alex» eingeladen. Die künstliche Intelligenz erstellt anschliessend eine Transkription sowie eine Bewertung der Gespräche, wobei die endgültige Entscheidung weiterhin bei den HR-Teams liegt. Wichtig ist zudem, dass vor jedem Vertragsangebot systematisch ein persönliches Gespräch mit einer realen Person durchgeführt wird.
Die Kampagne erzielte rund 350’000 Aufrufe in den sozialen Netzwerken und mehr als 4’500 Bewerbungen über den digitalen Fragebogen. Schlussendlich wurden rund fünfzig Mitarbeitende nach einem etwa dreiwöchigen Prozess eingestellt. Nach der sensiblen Phase rund um die Feiertage zum Jahresende wurde kein einziger Abgang verzeichnet.
Die Jury des Digitourism-Preises würdigte dieses Projekt, das weit über eine einfache HR-Kampagne hinausgeht. Durch die Kombination von digitalem Marketing, Automatisierung und künstlicher Intelligenz hat Téléverbier ihren Recruiting-Prozess grundlegend transformiert und gleichzeitig eine starke menschliche Komponente bei den finalen Entscheidungen bewahrt.
Zwei weitere Projekte unter den Finalisten
Die Saastal Bergbahnen gehörten gemeinsam mit Saastal Tourismus ebenfalls zu den drei Finalisten – mit VirtuAllalin, einem immersiven Erlebnis, das als Ersatz für eine frühere Eisgrotte entwickelt wurde, die aufgrund der mit dem Permafrost verbundenen Herausforderungen nicht mehr betrieben werden konnte.
Das Projekt kombiniert virtuelle Realität, Storytelling und immersive Elemente, um die Welt des Gletschers auf neue Weise erlebbar zu machen. Besucherinnen und Besucher können so eine interaktive Erfahrung geniessen und gleichzeitig für die Entwicklung des Gletschers, seine Geschichte und die Veränderungen der alpinen Umwelt sensibilisiert werden.
Das dritte Finalistenprojekt war ARcheo Game, entwickelt vom Sittener Unternehmen Génie Culturel. Dieses Augmented-Reality-Erlebnis ermöglicht es Besucherinnen und Besuchern, verschwundene Kulturerbe-Elemente direkt im heutigen Stadtraum mithilfe einer geolokalisierten mobilen App neu zu entdecken.
Das Konzept wurde zunächst in Sitten umgesetzt und bietet ein autonomes sowie immersives touristisches Erlebnis, das Kulturerbe, Gamification und Augmented Reality miteinander verbindet. Das Projekt trägt damit dazu bei, die Entdeckung der Stadt zu bereichern und das lokale Kulturerbe bei Besucherinnen und Besuchern aufzuwerten. Gleichzeitig lässt sich das Konzept einfach auf andere Kultur- oder Tourismusstandorte übertragen.